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.Kagalowski beteuert mir gegenüber, die Chodorkowski-Gruppe habe bis zum letzten Moment keine hundertprozentige Gewissheit gehabt, dass sie den Zuschlag erhalten würde.Die Versteigerung sollte am 8.Dezember 1995 über die Bühne gehen.In den Aussagen Platon Lebedews im Stadtbezirksgericht Chamowniki im zweiten Strafverfahren gegen Chodorkowski und Lebedew heißt es: »Wir (die Menatep-Bank) legten dem Geldmarkt Ende 1995 solche Fesseln an, dass es praktisch keine freien Mittel auf dem Markt mehr gab.Wir hatten sämtliche Kreditrahmen ausgeschöpft – sowohl bei unseren westlichen Geschäftspartnern, die russische Risikopapiere hielten, als auch im russischen Bankensektor, unter anderem zum Kauf von staatlichen Schatzanweisungen.Ich will erklären, warum.Nach unseren Berechnungen verfügten unsere Konkurrenten zu diesem Zeitpunkt zwar über wenig Geld, aber viele Schatzanweisungen.Deshalb sahen wir voraus, dass sie, um das Pfand von 350 Millionen Dollar hinterlegen zu können, gezwungen wären, diese Schatzanweisungen auf dem Markt zu verkaufen.Genauso kam es auch.Im November 1995 traf ich mich mit dem Chef der Inkombank, Herrn Winogradow, der über Probleme beim Konsortium geklagt und mich um ein Treffen gebeten hatte und nun die Menatep-Bank um Geld bat – sie brauchten etwa 250 Millionen Dollar.Natürlich stellte ich ihnen die in Aussicht.Für die Zeit nach dem 25.Dezember 1995 oder für Januar 1996.Hätte ich ihm etwa absagen sollen? Sehr gern, aber erst nach dem 25.Dezember.Und so waren wir im November 1995 zwar nicht zu 100 Prozent, aber doch zu 90 Prozent sicher, dass wir keine wirklichen Konkurrenten haben würden.Und was kam dann? Unsere Konkurrenten, die die nötige Geldmenge nicht hatten beschaffen können, versuchten, ihre Bewerbung mit wenig Geld und einem großen Paket staatlicher Schatzanweisungen zu untermauern, doch das Finanzministerium erteilte dem Konsortium natürlich eine Absage, da die Bedingungen für den Investitionswettbewerb und die Pfandauktionen ein Pfand in Form von Geld vorsahen – 350 Millionen US-Dollar.Am 8.Dezember, dem Tag, als Yukos de facto von der Menatep-Bank erworben wurde, traf ich mich noch einmal mit Herrn Winogradow.Warum? Sie hatten angekündigt, ›zum Zeichen des Protests‹ den Markt für staatliche Wertpapiere zu sprengen und das ganze Paket auf den Markt zu werfen, das das Finanzministerium nicht als Sicherheit akzeptiert hatte.Ich sagte ihnen, dass ich das ganze Paket sehr gern kaufen würde, die Menatep-Bank hätte mehr als genug Kreditressourcen.Am selben Tag erklärte ich ihm aber auch, warum sie keine Chancen hätten, das Verfahren juristisch anzufechten.«Am 8.Dezember 1995 fand der Investitionswettbewerb statt, gleichzeitig lief die Pfandauktion, bei diesen Veranstaltungen wurden 33 beziehungsweise 45 Prozent der Yukos-Aktien zum Kauf angeboten.Den Zuschlag erhielt eine Geschlossene Aktiengesellschaft namens Laguna, es war für niemanden ein Geheimnis, dass sich dahinter faktisch die Menatep-Bank verbarg.Ein Jahr später, als der Staat, wie zu erwarten war, die Tilgung der Anleihe noch immer nicht in Angriff nahm, wurde das 45-Prozent-Paket, das als Pfand bei Menatep hinterlegt worden war, von der Geschlossenen Aktiengesellschaft Montblanc ausgelöst, die ebenso wie die Laguna mit Unternehmen verbunden war, die gemeinschaftlich von den Gesellschaftern der Menatep-Gruppe kontrolliert wurden.Als neun Jahre später, Chodorkowski war bereits in Haft, Yuganskneftegaz von der völlig unbekannten und mit einem Stammkapital von 10000 Rubel unter der Adresse einer Kneipe in Twer eingetragenen Firma Baikalfinansgrup (BFG) gekauft wurde, fiel einem meiner Bekannten die Geschichte mit Laguna und Montblanc wieder ein – nach dem Motto: genau dieselbe Methode.Doch wie Sergej Alexaschenko zu Recht anmerkt, ist der »Kauf von Wirtschaftsgütern durch eine Zweckgesellschaft heutzutage eine gängige Praxis.Dadurch lassen sich Ansprüche gegenüber der Dachgesellschaft einer Holding vermeiden und die Bank von den Industrieaktiva trennen.Der Unterschied zur BFG bestand jedoch darin, dass Menatep niemals einen Hehl daraus machte, dass Laguna ihre Interessen vertrat, aber wen genau die BFG vertrat, wusste niemand«.Außer Wladimir Putin, der sich überraschend gut informiert zeigte und öffentlich erklärte, das seien Leute, die er kenne und die lange schon in der Energiewirtschaft tätig seien.Ein Wort übrigens noch zu der Auktion, bei der irgendwelche völlig Unbekannten mit Mitteln, die wer weiß wem gehörten, für 9,3 Milliarden Dollar rund 76 Prozent der Aktien von Chodorkowskis Unternehmen erwarben.Diese Auktion ging im Dezember 2004 über die Bühne, fast zehn Jahre nach den Pfandauktionen, derentwegen die russischen Reformen – nicht ganz zu Unrecht – bis heute immer wieder kritisiert werden.Der einzige Konkurrent der BFG war die Gazprom Neft, die im September desselben Jahres eingetragen worden war und bei der sogenannten Auktion kein einziges Gebot abgab.Die Dresdner Kleinwort Wasserstein und die JP Morgan hatten den Wert der Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt zwischen 18 und 25 Milliarden Dollar veranschlagt.Kommt einem das nicht bekannt vor? Ich finde schon
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