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.Was sollt ich tun? Ich beschloß endlich dieselbeNacht, mich dem Knecht zu offenbaren, sobald es Tag würde, denn ichgedachte, »seine Liebsregungen werden sich alsdann legen, und wenn duihm von deinen Dukaten spendierest, so wird er dir wieder zu einemMannskleid und also in demselbigen aus allen deinen Nöten helfen.« Eswäre wohl ausgesonnen gewesen, wenn nur das Glück gewollt hätte, aberes war mir zuwider.Mein Hans ließ sich gleich nach Mitternacht tagen, das Jawort zu holen,und fing an am Wagen zu rapplen, als ich eben anfing am allerstärkstenzu schlafen; er rief etwas zu laut: »Sabina, Sabina, ach mein Schatz stehtauf und halt mir Euer Versprechen!« also daß er den Rittmeister eher als159 mich damit erweckte, weil er sein Zelt am Wagen stehen hatte; diesemwurde ohne Zweifel grün und gelb vor den Augen, weil ihn die Eifersuchtohnedas zuvor eingenommen, doch kam er nicht heraus unser Tun zuzerstören, sondern stand nur auf, zu sehen wie der Handel ablaufen woll-te; zuletzt weckte mich der Knecht mit seiner Importunität und nötigtemich, entweder aus dem Wagen zu ihm zu kommen oder ihn zu mir ein-zulassen, ich aber schalt ihn aus und fragte, ob er mich denn für eine Huransehe? meine gestrige Zusag sei auf den Ehestand gegründet, außerdessen er meiner nicht teilhaftig werden könnte; er antwort, so sollte ichjedennoch aufstehen, weil es anfing' zu tagen, damit ich dem Gesind dasEssen beizeiten verfertigen könnte, er wollte Holz und Wasser holen undmir das Feuer zugleich anmachen; ich antwortet: »Wenn du das tunwillst, so kann ich desto länger schlafen, gehe nur hin, ich will bald fol-gen.« Weil aber der Narr nicht ablassen wollte, stund ich auf, mehr meineArbeit zu verrichten, als ihm viel zu hofieren, sintemal wie mich deuchteihn die gestrige verzweifelte Torheit wieder verlassen hatte.Ich konntesonst ziemlich wohl für eine Magd im Feld passiern, denn Kochen, Bak-ken und Waschen hatte ich bei den Kroaten gelernet, so pflegen die Sol-datenweiber ohnedas im Feld nicht zu spinnen, was ich aber sonst fürFrauenzimmerarbeit nicht konnte, als wenn ich etwa die Frau bürsten undZöpf machen sollte, das übersah mir meine Rittmeisterin gern, denn siewußte wohl, daß ichs nicht gelernet.Wie ich nun mit meinem hinter sich gestreiften Ärmeln vom Wagen her-abstieg, wurde mein Hans durch meine weißen Arm so heftig inflam-miert, daß er sich nicht abbrechen konnte mich zu küssen, und weil ichmich nicht sonderlich wehrte, vermochte es der Rittmeister, vor dessenAugen es geschah, nicht zu erdulden, sondern sprang mit bloßem Degenaus dem Zelt, meinem armen Liebhaber einen Fang zu geben, aber erging durch und vergaß das Wiederkommen; der Rittmeister aber sagte zumir: »Du Bluthur, ich will dich lehren« etc.mehrers konnte er vor Zornnicht sagen, sondern schlug auf mich zu, als wenn er unsinnig gewesenwäre; ich fing an zu schreien, darum mußte er aufhören, damit er keinenAlarm erregte, denn beide Armeen, die sächsische und kaiserliche, lagendamals beieinander, weil sich die schwedische unter dem Banier näherte.160 Das 26.KapitelWie er für einen Verräter und Zauberer gefangen gehalten wirdAls es nun Tag worden, gab mich mein Herr den Reuterjungen preis,eben als beide Armeen völlig aufbrachen; das war nun ein Schwarm vonLumpengesind und dahero die Hatz desto größer und erschrecklicher, dieich auszustehen hatte; sie eileten mit mir einem Busch zu, ihre viehischenBegierden desto besser zu sättigen, wie denn diese Teufelskinder imBrauch haben, wenn ihnen ein Weibsbild dergestalt übergeben wird: sofolgeten ihnen auch sonst viel Bursch nach, die dem elenden Spaß zusa-hen, unter welchen mein Hans auch war, dieser ließ mich nicht aus denAugen und als er sah, daß es mir gelten sollte, wollte er mich mit Gewalterretten und sollte es seinen Kopf kosten; er bekam Beiständer, weil ersagte, daß ich sein versprochene Braut wäre, diese trugen ein Mitleidenmit mir und ihm und begehrten ihm Hilf zu leisten; solches war aber denJungen, die besser Recht zu mir zu haben vermeinten und ein so guteBeut nicht aus Händen lassen wollten, allerdings ungelegen, derowegengedachten sie Gewalt mit Gewalt abzutreiben, da fing man an Stöß aus-zuteilen von beiden Seiten her, der Zulauf und der Lärmen wurde je län-ger je größer, also daß es schier einem Turnier gleichsah, in welchemjeder um einer schönen Damen willen das Beste tut.Ihr schrecklich Ge-schrei lockte den Rumormeister herzu, welcher eben ankam, als sie mirdie Kleider vom Leib gerissen und gesehen hatten, daß ich kein Weibs-bild war; seine Gegenwart machte alles stockstill, weil er vielmehr ge-fürcht wurde als der Teufel selbst, auch verstoben alle diejenigen, diewidereinander Hand angelegt hatten, er informiert' sich der Sach kurz,und indem ich hoffte, er würde mich erretten, nahm er mich dagegengefangen, weil es ungewöhnlich und fast argwöhnische Sach war, daßsich ein Mannsbild bei einer Armee in Weiberkleidern sollte finden las-sen, dergestalt wanderten er und seine Bursch mit mir neben den Regi-mentern daher (welche alle im Feld stunden und marschieren wollten) derMeinung, mich dem Generalauditor oder Generalgewaltiger zu überlie-fern; da wir aber bei meines Obristen Regiment vorbei wollten, wurde ich161 erkannt, angesprochen, schlechthin durch meinen Obristen bekleidet undunserm alten Profosen gefänglich überliefert, welcher mich an Händenund Füß in die Eisen schloß.Es kam mich gewaltig sauer an, so in Ketten und Banden zu marschiern,so hätt mich auch der Schmalhans trefflich gequält, wenn mir der Secreta-rius Olivier nicht spendiert hätte, denn ich durfte meine Dukaten, die ichnoch bisher davongebracht hatte, nicht an des Tages Licht kommen las-sen, ich hätte denn solche miteinander verlieren und mich noch dazu ingrößere Gefahr stecken wollen.Gedachter Olivier kommunizierte mirnoch denselbigen Abend, warum ich so hart gefangen gehalten wurde,und unser Regimentsschultheiß bekam gleich Befehl, mich zu examinie-ren, damit meine Aussag dem Generalauditor desto eher zugestellt wer-den möchte, denn man hielt mich nicht allein für einen Kundschaftet undSpionen, sondern auch gar für einen der hexen könnte, dieweil man kurzhernach, als ich von meinem Obristen ausgetreten, einige Zauberinnenverbrennt die bekannt hatten und darauf gestorben wären, daß sie michauch bei ihrer Generalzusammenkunft gesehen hätten, da sie beieinandergewesen, die Elb auszutrocknen, damit Magdeburg desto eher einge-nommen werden könnte [ Pobierz caÅ‚ość w formacie PDF ]

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